Trainingsjahr 2021?!

Liebe Leserin und lieber Leser,

während ich diese Zeilen schreibe leben wir noch immer im sogenannten Lockdown. Ein Ende dieses Umstands ist heute, Anfang Februar, nicht in Sicht. Und trotzdem planen wir schon wieder, was wir Ihnen und Euch als Kirchengemeinde in den Monaten März bis April anbieten können. Wir werden erleben, was wirklich möglich sein wird – aber es macht Freude und auch Zuversicht auf diese Weise schon ein wenig über den Corona-Tellerrand hinaus zu blicken.

Auch für dieses Jahr 2021 gibt es eine zufällig geloste Jahreslosung, ein Wort aus der Bibel, das wie eine Überschrift sein kann. Es lautet in diesem Jahr: „Seid barmherzig, wie auch Euer Vater barmherzig ist.“ (Lukas 6,36). Barmherzigkeit ist ein altes Wort, das heute nicht mehr oft verwendet wird – dabei ist es inhaltlich sehr aktuell. Barmherzigkeit beschreibt nicht allein einen liebevollen Umgang mit unserem Nächsten, sondern auch mit uns selbst. In Corona-Zeiten wie diesen mag Barmherzigkeit auch bedeuten, nachsichtig mit sich selbst umzugehen, mit der Ungeduld leben zu lernen und sich nicht selbst zu überfordern. Wir können es nicht allen und allem recht machen. Es gehört zu unserer Menschlichkeit, dass wir auch auf uns selbst und unsere Bedürfnisse achten müssen, auf unser Herz hören sollen. Erst dann, wenn wir lernen mit den Enttäuschungen und Verletzungen unseres Lebens umzugehen, können wir unser Scheitern als Teil unserer Persönlichkeit annehmen. Dann mag es uns gelingen, erneut aufrecht und mit Zuversicht ins Leben zu blicken. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben dafür den Satz gefunden „Sein Leben zu leben.“ Ich finde das sehr klug von unseren Jugendlichen. Nimm dein Schicksal an, kann man auch sagen. Leichtfertig mag das beim ersten Lesen klingen, angesichts der Schicksale, die manche unter uns aushalten und tragen müssen. Mit einem barmherzigen Blick auf mich selbst mag mir das aber doch leichter fallen. Und die Gewissheit, dass auch Gott mich so ansieht – barmherzig, trotz meiner Fehler und meiner Schuld, mag mich trösten, angesichts der Schwere, die auf meinen Schultern lasten mag.

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir auch die kommenden Monate mit Barmherzigkeit aushalten und erleben können. Dass wir uns bald wieder sehen bei unseren Veranstaltungen und einander fest verbunden bleiben!

Ihre Pastorin Claudia Köckert

 

 

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