Ein frohes neues Jahr!

Die Kirchengemeinde Breitenberg wünscht Ihnen ein frohes und gesegnetes neues Jahr

Welche Wege stehen uns gerade offen? Sehr viele, unendlich viele, wenn wir unsere Situation mit der von Menschen in vielen anderen Teilen der Welt vergleichen. Viele Türen sind dort von jeher und auf unbestimmte Zeit verschlossen. Türen zu Demokratie und Frieden, zu Chancengleichheit und Bildung, zu Gesundheit, Klimagerechtigkeit und vielem, vielem mehr.

Und was sind unsere verschlossenen Türen und welche schließen wir selbst ab? Was ist mit der Impfung, der Coronapolitik überhaupt, unseren Werten und unserer Moral, unserer Vorstellung von einem guten und gelungenen Leben?

Wie verhalten wir uns, wenn uns Menschen begegnen, sprichwörtlich an unsere Türen klopfen, deren Einstellung sich sehr oder sogar fundamental von unserer unterscheidet? Menschen, mit denen wir vor Corona noch ganz normal und auf Augenhöhe diskutieren konnten und von denen uns nun Gräben trennen? Wie verhalten wir uns, wenn uns Menschen begegnen, die alles einfach ganz anders sehen als wir, die Woche für Woche gegen die Coronapolitik demonstrieren? Und wie schauen diese Menschen auf mich? Sind sie enttäuscht von mir, irritiert, wütend auf mich, weil ich ihre Sicht nicht teilen kann?

Wir kennen die Antworten in uns selbst. Wir wissen, wie oft wir uns bemühen und auch, wo wir scheitern und wo es uns leid tut, dass wir nicht anders konnten.

Wir wissen auch, wie oft wir dann die Arbeit, den Stress vorschieben, oder andere Wahrheiten nennen, nur um nicht in Klarheit zu sagen, dass wir nicht einverstanden sind, mit dem, wie der andere denkt und entscheidet.

Das ist eine belastende, vertrackte Situation, in die wir als Kirche und als Gesellschaft immer stärker geraten und es gibt so wenige gute Ratschläge.

Unsere Jahreslosung scheint in diesem Zusammenhang gerade tröstlich. „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ Man kann auch übersetzen: „…den werde ich nicht hinausstoßen.“ Was ist denn nun richtig?

Richtig ist, jede Losung und jede Jahreslosung gilt für mich ganz persönlich. Mir wird gesagt: Ich werde nicht abgewiesen oder hinausgestoßen. Gott sieht unsere innerste, menschliche Herausforderung im Streben danach, das Richtige, Angemessene zu tun und auch dabei zu scheitern. Es geht um die Offenheit, die erwartet wird und die wohl angemessen ist – bei und trotz aller Schwierigkeit. Bei uns wird keiner, niemand abgewiesen. Wir müssen uns mit jedem Menschen, seinen Ansichten, seinen Gedanken auseinandersetzen und ihn immer als das behandeln, was er ist: Gottes Ebenbild, genau wie ich selbst auch behandelt werden möchte. Das klingt vielleicht ganz schön hochtrabend – aber als Christinnen und Christen haben wir uns keinen leichten Weg ausgesucht. Ein Nadelöhr ist der Weg der Nachfolge, steinig und schwer, steil und nicht gerade geradewegs. Wir hatten viele Jahre und Jahrzehnte in denen es leichter gewesen sein mag, als Christen durch die Welt zu gehen. Nun sind wir aufgefordert mit dieser Jahreslosung dem nachzufolgen, der gesagt hat: Niemand wird abgewiesen. Eine Herausforderung ist das, wenn wir an die denken, mit denen wir gerade nichts zu tun haben wollen.

Und Gott nimmt uns gerade darin an, begleitet und bestärkt uns. Wir sind nicht alleine, wir sind alle miteinander auf solche Barmherzigkeit angewiesen und darin aufgefordert sie auch unseren Nächsten zuteil werden zu lassen. Denn was uns wohl verbindet in allem Unterschied ist der Wunsch danach, das Richtige zu tun. Und darin werden wir nicht abgewiesen und sollen auch niemanden abweisen.

 

 

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